«Ich habe kein literarisches Interesse, sondern bestehe aus Literatur, ich bin nichts anderes und kann nichts anderes sein»

Ich bin schlicht ein Mensch,
der mit Worten die Welt berühren will,

und sich vielleicht irgendwann daran erinnert,

dass er schon Hände hat.

mein Portfolio

Ein Foto von mir, um euch mher als 1000 Worte zu sparen

Biographie

1988 geboren in einem kleinen Dörfchen namens Heimisbach. Studierte erst Jus, dann Germanistik und Vergleichende Völkermordforschung. Später beschäfigte er sich mit Neurolinguistik.

Die bisher grösste künstlerische Errungenschaft ist, 2007 halbwegs dafür mitverantwortlich gewesen zu sein, dass der Slam Poet Remo Zumstein seinen ersten Auftritt tätigte – und naturgemäss gewann.
Ansonsten erwähnenswert war das «Sängertum» bei der Death Metal Band Omnicide, mit der er auch auf dem Wacken Open Air auftrat. Dieses kontrollierte Geschrei bringt er auch anderen Menschen bei.

Zuletzt war er Leiter des didaktischen Schul- und Jugendradios RadioChico. Er setzte u.a. Hörspiel-Leseförderungen für den Kanton Bern um, produzierte das mehrstimmige Hörbuch der Kornhausbibliotheken Bern, konzeptionierte im Auftrag der Burgergemeinde Bern aufklärende Sendereihen zur Förderung von psychischer Gesundheit, Literatur, Medienkompetenz, Nachhaltigkeit. Zudem gab er zahlreichen jungen Menschen das Rüstzeug, um in der medialen Welt nicht die Orientierung zu verlieren – und eine Stimme zu gewinnen.

Nun widmet sich Daniel Stalder exklusiv dem Lehrer-Handwerk – als Klassenlehrperson im Zyklus 2, als Sprachen-Tutor, als Stimmbildner & Schrei-Coach –während sein inkludierter Poltergeist-Writer Daniel Noëlle Michel von Siebenthal die geteilte Aufmerksamkeit der Leidenschaft des Sprachhandwerkes hingibt, als Übersetzer, Sprecher, Schreiberling

Zwei Gedichte, fürs Erste


Deine Augen sind wie Lupen
sie sehen mich grösser, als ich bin
wunderweit offen
wie kindliche Horizonte
als ob sie mich tatsächlich schau’n
weit, und hungrig
wie der Wolf in Frankreich
doch ist es nie meine Haut,
nach der du trachtest
einzig und allein mein vernarbtes Herz soll so gefasst sein
im Schlund deiner Blicke

Sie sehen mich – sehen immer wieder
die gleiche Schleife,
die gleiche Schleife,
so, dass mit der Zeit
ein brillantes Bild entsteht
das ich nicht erkennen will

Meine eig’nen Augen hielt ich verschlossen,
denn sie sind
blau
und darum schneller als das Licht
dessen Donner lauter
als mein Herzschlag grollt
im Echo verschluckt
entdunkeln, grinde, zwei Punkte
eisernes Grün
durchbohrt meinen Panzer
wie dieser Strahl
geschmiedet wurde
weiss ich nicht,
aber ich danke
von ganzem Erzen,
laut,
ab

Wie ein verletztes Kind
will ich dich nicht sehen
damit du überall
gleichzeitig bist
Doch irgendwann
irgendwo
muss ich blinzeln,
und da seh‘ ich dich –
und du hallst mich fest

ich hatte mich verloren, mich öfter verspielt
als Gott würfeln kann
Mit dem Schuldzins durch null dividiert
um unter dem Nullsummenspiel des Lebens
doppelt den Strich zu ziehen
irgendwie — habe ich dabei dich gewonnen
(rechnen forderte mir schon immer den ganzen Willen ab)

den Trost — den deine Augen — meinen spenden
kann ich nicht abgelten —
diese Schuld verjährt — nicht, sondern ist — verewigt
nur mit meiner Leibeigenschaft —
kann ich sie dir aufwiegen — und hoffen,
dass der Zins — wuchert — wie Giersch

Trauer – endet nicht am Grab
rauer Wind peitscht
– sie dir ins Gesicht
den schneebedeckten Pfad
– zum Aschehaus
befreist du
– mit deiner salzenen Essenz
alles – geht im Feuer auf
nur nicht das Teuerste
– in deinem Herzen
das wird nur noch –
kristallklar – unterm fahlen Himmel
diese Trauer endet nicht am Grab

Mit der Zeit wird grau zu blau
und – opaleszente Blüten spriessen – grell am Stil hinauf
doch egal – wie oft – du den Frühling
am Stein niederlegst
die Trauer endet nicht – am Grab

Die Sonne brennt – dir irgendwann
die letzte Träne von der Wange
die Trauer endet – nicht am Grab
und so kelterst du – achtsam – flaschenweise Gram
und verbirgst sie – im tiefsten irdnen
Keller
Trauer – endet – nicht im Grab

Im Schatten jagst du nach Visagen
pareidolisch
einen Schmerz – der seinesgleichen
sucht
es klopft dir hart – da – in der Brust
stürmisch – portal
– wie eine Abmachung
die sich nicht erinnert
vergessen zu gehen

Das Gesicht im Mond – macht dich süchtig
Sucht entsteht – davon
nie nirgends keinen Sinn zu finden
du – schlingerst, wankelst, torkelst
im Graben
– endet
– die Trauer
– doch
– nicht

Dann – fällt dir nebst ignoten
Trauerwassern
ein Regentröpfchen auf die Zunge
erst wenn wir unbekannten Sprachen
trauen
werden wir verstehen – warum
Sterben – das Schöne ist am Leben
und werden Trauer nie begraben – wollen

Die Zeit – die, die heilt
weil sie vergisst und nicht verweilt
kommt – notorisch zu spät
jede Agenda – wird mit ihr gebrochen
so verlängern sich die Deadlines
wie die Schatten in Pompeii
– zur Ewigkeit
ohnehin aber der einzige Termin
den mein Mitgefühl eh nicht vegisst
denn Trauer endet nie – – –

    Die Geister, die mich rufen:

    Daniel

    Gott hat gerichtet

    Noëlle

    Gott wurde geboren

    Michel

     Wer ist wie Gott?

    von Siebenthal

    Thales in 73 Generation

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